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Organisation und Bewertung

Arbeitskreis der DGS-Sektion Organisationssoziologie

 

News

Unsere nächste Tagung findet zum Thema "Organisation und Bewertung von Nachhaltigkeit" am 4./5. November 2021 online statt. Anmeldungen sind bis am 31. Oktober 2021 möglich (siehe Flyer).


Wir freuen uns auf einen spannenden Workshop.

 

Ansatz des Arbeitskreises

Praktiken des Bewertens sind allgegenwärtig. Dabei sind Organisationen oftmals in das Bewertungsgeschehen einbezogen: Sie geben den sozialen Rahmen ab, in dem Bewertungen vollzogen werden. Sie produzieren und kommunizieren Bewertungen und werden oft auch selbst bewertet. Trotz dieser vielfältigen empirischen Zusammenhänge findet weder in der Soziologie der Bewertung bzw. den Valuation Studies noch in der Organisationssoziologie eine systematische Auseinandersetzung mit den Schnittstellen zwischen Organisation und Bewertung statt. Ziel des Arbeitskreises ist es, zu einer stärkeren Integration von Bewertungsforschung und der Organisationssoziologie beizutragen. Dazu fokussiert der Arbeitskreis drei analytische Schnittstellen:

  1. Bewertungen von Organisationen: Hier werden Bewertungen als Umweltfaktoren von Organisationen konzeptualisiert und Organisation als Objekt von gesellschaftlichen Bewertungsprozessen untersucht.

  2. Bewertung durch Organisationen: Das Interesse liegt hier auf Bewertungen, die durch Organisationen produziert werden und der Frage, wie diese die Gesellschaft mitformen.

  3. Bewertung in Organisationen: Diese letzte Schnittschnelle interessiert sich für Bewertungssituationen innerhalb von Organisationen und befasst sich mit der Beeinflussung von Bewertungssituationen durch organisationale Regeln und Verfahren.

Zum Mission Statement

 

Team

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Thorsten Peetz untersucht digitalisierte intime Bewertung in und durch Datingapps sowie organisierte religiöse Bewertung im Verfahren der Selig- und Heiligsprechung der römisch-katholischen Kirche. Er ist gegenwärtig Gastforscher am SOCIUM der Universität Bremen und Junior Associate Fellow am Hanse Wissenschaftskolleg in Delmenhorst. Forschungsschwerpunkte neben der Soziologie der Bewertung: soziologische Theorie, Organisations-, Kultur- und Mediensoziologie.

www.thorstenpeetz.net

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Frank Meier ist Soziologe in Bremen und untersucht Konstellationen der Bewertung und Entscheidung an Universitäten und in der katholischen Kirche. Forschungsschwerpunkte: Soziologie der Bewertung, Organisationssoziologie, soziologische Theorie, Wissenschafts- und Hochschulforschung, Religionssoziologie.

www.scholar.google.de/frank-meier

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Nadine Arnold erforscht Bewertungen und Organisationen im Kontext von Nachhaltigkeit und schenkt der Rolle von Standards und Abfällen besondere Aufmerksamkeit. Sie war Gastforscherin an der ENS Paris-Saclay, der Université Gustave Eiffel, der Universität Uppsala und ist aktuell Oberassistentin an der Universität Luzern. Forschungsschwerpunkte: Organisations- und Wirtschaftssoziologie, Soziologie der Bewertung sowie qualitative Forschungsmethoden.

www.nadinearnold.me

www.unilu.ch/nadine-arnold

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Sarah Lenz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der DFG-Kollegforschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit“ in Hamburg und assoziierte Forscherin am Weizenbaum Institut, Berlin. Sie untersucht Nachhaltigkeit im Bankensystem, Digitalisierung im Gesundheitssystem, Wahrnehmungen sozialer Ungleichheit sowie gesellschaftliche Vermittlung zwischen digitaltechnologischem Fortschritt und Nachhaltigkeit. Forschungsschwerpunkte: Finanz- und Wirtschaftssoziologie, Soziologie der Bewertung, Organisationssoziologie, Soziologie sozialer Ungleichheit.

www.zukuenfte-nachhaltigkeit.uni-hamburg.de/lenz

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Christopher Dorn erforscht Bewertungs- und Vergleichsphänomene in Organisationen, ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Leistungsbewertung von Krankenhäusern, digitalen Bewertungen und der Entstehung von Abfällen. Er war Gastforscher am Stockholm Centre for Organizational Research und ist derzeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Wirtschaftssoziologie an der Universität Trier tätig. Forschungsschwerpunkte: Organisations- und Wirtschaftssoziologie, historische Soziologie, Soziologie der Bewertung und des Vergleichs.

www.uni-trier.de/index.php?id=70603

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Désirée Waibel erforscht amateuriale Bewertungssysteme sowie Organisation und Bewertung im Zuge von Plattformisierung. Sie war Gastforscherin an der University of Chicago, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen und ist aktuell wissenschaftliche Assistentin an der Universität Luzern sowie an der Fernuni Schweiz. Forschungsschwerpunkte: Soziologie der Bewertung, Organisationssoziologie, Soziologie der Expertise, soziologische Theorie.

 https://www.unilu.ch/desiree-weibel-ma/

 

Tagungen

Der Arbeitskreis organisiert jährlich eine themenspezifische Tagung im Spannungsfeld von Organisation und Bewertung.

Über unsere Aktivitäten informieren wir auf Researchgate.

Organisierte Personenbewertung
Virtueller Workshop, 26./27. November 2020

Organisatoren: Christopher Dorn, Max Kaufmann, Frank Meier

Eine Vielzahl von Organisationen produziert Bewertungen von Personen. Für die Organisationssoziologie sind Personenbewertungen von hoher Bedeutung, weil Organisationen grundsätzlich über Mitgliedschaft und damit auch über Personen entscheiden müssen. Formale Bewertungsinstrumente dienen zudem in vielen Fällen der Kontrolle und Steuerung individueller Entscheidungen, Leistungen und Karrieren. Organisationen bewerten aber auch Kundinnen, Klientinnen, Patientinnen, Antragstellerinnen, und die verschiedensten Personen, die in keinem formalen Verhältnis zu ihnen stehen. Zudem stellen Organisationen Infrastrukturen bereit, mit denen Dritte Personen bewerten können. Bewertungssoziologisch geht der Workshop der Vermutung nach, dass Personen besondere Bewertungs- objekte sind und dass sich die Bewertung von Personen systematisch von der Bewertung anderer Objekte unterscheidet. Er fragt zudem nach Funktionen und Folgen organisierter Personenbewertung und danach, wie der Organisationskontext Personenbewertung prägt.

Tagungsprogramm

Organisationstypen und Bewertung
Workshop in Bremen, 21./22. November 2019

Organisator*innen: Nadine Arnold, Simon Dombrowski, Frank Meier, Thorsten Peetz

Organisationen sind Gegenstand von Bewertungen, produzieren sie gleichzeitig auch selbst und geben den Rahmen ab, innerhalb dessen Bewertungen vorgenommen werden. Weil dieses Zusammenspiel zwischen Bewertung und Organisation bislang kaum Aufmerksamkeit er- fahren hat, setzt sich die Tagung zum Ziel, soziologisches Wissen über Bewertung in, von und durch Organisationen zu sammeln, zu vergleichen und zu systematisieren. Ausgangspunkt ist die These, dass sich Organisationstypen hinsichtlich der Art, wie sie Bewertungen rahmen, produzieren und auf Bewertungen reagieren unterscheiden. Ziel ist es, gemeinsame Trends aber auch Unterschiede von organisationalen Bewertungsprozessen zu rekonstruieren und darüber hinaus die Rolle von Organisationen für Bewertungsphänomene sichtbar zu machen.

Tagungsprogramm

 

Publikationen

Meier und Peetz (Hg, 2021)

Sammelband: Organisation und Bewertung (Springer)

Organisationen spielen für viele Bewertungsprozesse eine entscheidende, aber oft übersehene Rolle: Sie geben den Kontext ab, in dem Bewertungen vollzogen werden, sie produzieren und kommunizieren Bewertungen und werden schließlich auch selbst regelmäßig bewertet, evaluiert, geratet und gerankt. Die Beiträge des Bandes verknüpfen systematisch Ansätze aus Organisationsforschung und Valuation Studies und eröffnen dadurch einen dezidiert organisationssoziologischen Blick auf Phänomene des Bewertens, Vermessens, Kategorisierens und Vergleichens in, von und durch Organisationen.

Zum Sammelband

Waibel, Peetz und Meier (2021)

Valuation Constellations, in Valuation Studies 8(1): 33-66

The focus on situated practices in current valuation studies becomes an obstacle when situations are too narrowly defined, when moments of valuation are treated as isolated events and especially when the interconnectedness of moments across situations and social fields is neglected. In order to overcome these limitations, we propose the concept of valuation constellations (Meier et al. 2016). Based on the literature on valuation the concept distinguishes positions and their relations, rules, and infrastructures. We present these three components of constellations and demonstrate the potential of the concept regarding three analytical puzzles of valuation analysis: historical change of valuation processes, the definition and solution of valuation problems, and the legitimacy of valuations. Each of the puzzles is illustrated with an empirical case, i.e. dating platforms and apps, higher education, and amateur reviewing. Going beyond situationalism, the valuation constellations perspective is key to understanding interconnected valuation processes.

Zum Artikel

Arnold (Hg., 2021)

Sammelband: Wenn Food Waste sichtbar wird. Zur Organisation und Bewertung von Lebensmittelabfällen (Transcript)

Food Waste wird sichtbarer. Damit werden Forderungen nach weniger Lebensmittelabfällen und neuen Formen der Organisation und Bewertung lauter. Doch wie werden sichtbar gewordene Lebensmittelabfälle organisiert und bewertet? Die Beiträger*innen identifizieren Möglichkeiten für einen neuen gesellschaftlichen Umgang mit Food Waste und entdecken gleichzeitig Widersprüche und Schwierigkeiten.

Zum Sammelband